Stand Version 1.0, Rechtsstand Oktober 2026

Der Rechtsformfinder ist eine unverbindliche Orientierungshilfe. Er gibt seine Empfehlung aufgrund einer von mir festgelegten Logik, wie sie sich nach meiner Erfahrung aus der Gründungsberatung ergibt. Jede Antwort verteilt Punkte auf sieben Optionen und wer wissen möchte, warum am Ende der Verein, die Stiftung oder die gGmbH vorn liegt, kann das in den folgenden Tabellen nachvollziehen. Die Werte reichen von minus drei bis plus drei. Sie beruhen neben der Gründungsberatung auf Erfahrungen aus der ehrenamtlichen und beruflichen Arbeit mit Stiftungen, Vereinen und gemeinnützigen Gesellschaften und auf den gesetzlichen Vorgaben. Empirisch validiert sind sie nicht und die rechtliche Prüfung des einzelnen Vorhabens ersetzen sie ebenso wenig. Eine Gewähr für die Richtigkeit sämtlicher rechtlicher Aussagen in allen denkbaren Antwortkombinationen kann ich nicht übernehmen.

Vier der zehn Kernfragen zählen eineinhalbfach. Das sind die Fragen nach dem Startvermögen, nach der gewünschten Kontrolle, nach der Tätigkeit der Organisation und danach, was mit dem eingebrachten Geld geschehen soll. Nach meiner Erfahrung entscheidet sich die Wahl der Rechtsform meist an diesen Punkten. Die übrigen Kernfragen und alle Vertiefungsfragen zählen einfach. Die Gewichtung bildet ab, was in der Beratung typischerweise den Ausschlag gibt, eine rechtliche Rangfolge der Kriterien ist sie nicht.

Rechtliche Grenzen behandelt der Finder gesondert. Ganz aus der Wertung fällt eine Rechtsform nur bei einer zwingenden gesetzlichen Voraussetzung, die sich nicht erfüllen lässt. Das betrifft die rechtsfähige Stiftung bei einem Vorhaben, das auf wenige Jahre befristet ist, denn eine Verbrauchsstiftung muss auf mindestens zehn Jahre angelegt sein. Fehlt dagegen etwas, das sich beschaffen lässt, etwa die sieben Gründungsmitglieder für den eingetragenen Verein, die drei Mitglieder der Genossenschaft oder das Stammkapital der gGmbH, bleibt die Form in der Wertung. Sie erhält einen Abzug von vier Punkten mal Gewicht und die Auswertung nennt die fehlende Voraussetzung ausdrücklich. Alle übrigen Gründe sind wirtschaftlicher oder organisatorischer Natur, sie schlagen sich in den Punkten nieder und erscheinen in der Auswertung als Gegengrund.

Liegen die beiden besten Optionen weniger als drei Punkte auseinander, zeigt der Finder beide als besonders passend. Diese Schwelle habe ich gesetzt, weil kleine Abstände in einem solchen Modell keine echte Rangfolge tragen. Ein Gesamtwert unter null bedeutet nicht, dass eine Form rechtlich unmöglich wäre. Er zeigt nur, dass in der Summe mehr gegen sie spricht als für sie.

Die Dachlösung wird mitgewertet, obwohl sie kein eigener Rechtsträger ist. Für viele Vorhaben ist der Start unter dem Dach einer bestehenden Organisation die vernünftigste Lösung und diese Möglichkeit wollte ich sichtbar machen. Die Antwort, mit dem eingebrachten Geld selbst eine Rendite erzielen zu wollen, erhält keine Punkte. Sie löst einen Hinweis aus, weil Gewinnanteile für Gründer mit der Steuerbegünstigung nicht vereinbar sind. Kombinationsmodelle wie Förderverein und gGmbH sowie die besonderen Wege über eine kirchliche Anbindung oder eine Bürgerstiftung zeigt der Finder zusätzlich an, ohne sie in die Rangfolge einzurechnen.

Die Gewichtung ist das Ergebnis mehrerer Durchgänge. Ich habe den Finder von außen prüfen lassen, Werte nachjustiert und das Ergebnis mit typischen Fällen aus der Praxis und durch KI mit zehntausenden zufällig erzeugten Antwortkombinationen gegengerechnet. Dabei zeigte sich etwa, dass der Verein in der ersten Fassung bei Einrichtungen mit Angestellten zu schlecht abschnitt, obwohl der Bundesgerichtshof gemeinnützigen Vereinen den Betrieb einer Kita ausdrücklich zugestanden hat. Bei höheren Vermögen habe ich die Stiftung gestärkt, weil sie dort ihre eigentlichen Vorzüge ausspielt. Wer einzelne Werte anders beurteilt, kann mir gern schreiben.

In den Tabellen steht Treuhand für die Treuhandstiftung, eG für die gemeinnützige Genossenschaft und Dach für die Dachlösung ohne eigene Organisation. Ausgeschlossen bedeutet, dass die Form nach dieser Antwort nicht in Betracht kommt, Vorauss. markiert eine gesetzliche Voraussetzung, die noch fehlt. Spalten, in denen eine Frage für keine Antwort Punkte vergibt, sind weggelassen.

Kernfrage 1, eineinhalbfach gewichtet. Wie viel Geld oder Vermögen können Sie zum Start einbringen?

AntwortVereinStiftungTreuhandgGmbHgUGeGDach
unter 5.000 €+3−3−3Vorauss.+2+1+3
5.000 bis 25.000 €+2−30Vorauss.+2+1+2
25.000 bis 100.000 €+1−1+3+2+1+1+1
100.000 € bis 1 Mio. €0+3+2+1−100
mehr als 1 Mio. €−1+3+1+1−20−1

Kernfrage 2, einfach gewichtet. Wer gründet?

AntwortVereinStiftungTreuhandgGmbHgUGeGDach
ich allein oder zu zweitVorauss.+2+3+2+2Vorauss.+1
3 bis 6 PersonenVorauss.+1+1+2+2+10
7 Personen oder mehr+3−1−100+20
eine offene Bewegung, viele sollen dazukommen+3−2−2−2−2+3−1

Kernfrage 3, eineinhalbfach gewichtet. Wie viel Kontrolle wollen Sie auf Dauer behalten?

AntwortVereinStiftungTreuhandgGmbHgUGeGDach
Ich will die Richtung dauerhaft selbst bestimmen.−3+10+3+3−3−3
Ich will prägen, aber die Idee soll auch ohne mich fortbestehen.0+3+2+1000
Viele sollen gemeinsam und demokratisch entscheiden.+3−2−2−1−1+3−1
Kontrolle ist mir nicht wichtig, Hauptsache, die Sache läuft.+10+2000+3

Kernfrage 4, einfach gewichtet. Wie lange soll das Vorhaben bestehen?

AntwortVereinStiftungTreuhandgGmbHgUGeGDach
befristet, etwa bis fünf Jahre+2ausgeschlossen−3+1+10+3
begrenzt, mindestens zehn Jahre; das Vermögen soll in dieser Zeit vollständig für den Zweck eingesetzt werden+1+1+2+100+1
auf Dauer, das Vermögen soll erhalten bleiben+1+3+2+10+10
noch offen+100+100+1

Kernfrage 5, eineinhalbfach gewichtet. Was soll die Organisation hauptsächlich tun?

AntwortVereinStiftungTreuhandgGmbHgUGeGDach
Geld an andere gemeinnützige Zwecke weitergeben (fördern)+1+3+3−1−1−2+2
eine eigene Einrichtung mit Angestellten betreiben, etwa Kita, Beratungsstelle oder Bildungsträger+2−1−2+3+1+1−2
ein gemeinsames Projekt von Engagierten, etwa in Kultur, Sport oder Nachbarschaft+3−2−2−10+1+1
einen gemeinschaftlich getragenen Betrieb, etwa Dorfladen, Kino, Energie oder Wohnen+1−2−3+10+3−2

Kernfrage 6, eineinhalbfach gewichtet. Was soll mit dem Geld geschehen, das Sie einbringen?

AntwortVereinStiftungTreuhandgGmbHgUGeGDach
Es bleibt endgültig in der Organisation, der Steuervorteil ist mir wichtig.+1+3+3−1−1−1+2
Ich möchte den eingezahlten Betrag später zurückbekommen können.−2−3−3+3+2+3−1
Ich möchte die Organisation über ein Darlehen finanzieren.0000000
Ich möchte selbst eine Rendite auf das eingebrachte Geld erhalten.–––––––
Die Organisation soll Erträge für den Zweck erwirtschaften; ich selbst will nichts herausziehen.0000000
gemischt oder noch offen0000000

Kernfrage 7, einfach gewichtet. Wie viel Aufsicht und Verwaltungsaufwand akzeptieren Sie?

AntwortVereinStiftungTreuhandgGmbHgUGeGDach
so wenig wie möglich+1−3+200−2+3
das übliche Maß: Buchhaltung, Jahresabschluss, Finanzamt+1−1+1+1+1−1+1
Aufsicht ist mir sogar recht0+2+100+20

Kernfrage 8, einfach gewichtet. Wollen Sie mit Drittmitteln arbeiten, und wenn ja, überwiegend mit welchen?

AntwortVereinStiftungTreuhandgGmbHgUGeGDach
Nein, ich finanziere aus eigenem Vermögen.−1+2+2+10−10
Ja, vor allem Spenden und Mitgliedsbeiträge+3−1000+1+1
Ja, vor allem Entgelte und Leistungsverträge, etwa mit öffentlichen Kostenträgern+2−1−2+3+1+1−2
Ja, vor allem Fördermittel und Zuschüsse+20−1+20+1+1
Ja, viele Menschen sollen als Mitglieder Geschäftsanteile übernehmen.−1−3−30−1+3−2
Ja, viele Menschen sollen durch Zustiftungen oder Spenden das Vermögen gemeinsam aufbauen.+1+2−1−1−1−1+2

Kernfrage 9, einfach gewichtet. Welchen Eindruck soll die Rechtsform nach außen vermitteln?

AntwortVereinStiftungTreuhandgGmbHgUGeGDach
Bürgernähe und Beteiligung+3−1−1−10+30
dauerhafte Vermögensbindung und Andenken0+3+2000+1
unternehmerische Organisation−10−1+3+2+2−1
institutionelle Professionalität mit klaren Organen0+20+2+1+20
spielt keine Rolle000000+1

Kernfrage 10, einfach gewichtet. Wie schnell wollen Sie handlungsfähig sein?

AntwortStiftungTreuhandgGmbHgUGeGDach
in wenigen Wochen−2+2+1+1−2+3
einige Monate sind in Ordnung000000
Zeit spielt keine Rolle+1000+10

Vertiefungsfrage 1, einfach gewichtet, gestellt bei einem Startvermögen ab 100.000 €. Welche Art von Vermögen bringen Sie ein?

AntwortVereinStiftungTreuhandgGmbHgUGeGDach
Geld oder Wertpapiere0000000
eine Immobilie−1+20+1−1+1−1
eine Unternehmensbeteiligung−2+2−1+1−2−1−2
Kunst oder eine Sammlung0+2+10−1−10

Vertiefungsfrage 2, einfach gewichtet, gestellt bei einem Startvermögen ab 25.000 €. Soll die Organisation zu Lebzeiten oder von Todes wegen entstehen?

AntwortVereinStiftungTreuhandgGmbHgUGeGDach
zu Lebzeiten, ich will mitwirken0+10+1000
von Todes wegen, per Testament−3+2+2−1−3−3+2
beides: jetzt starten, im Erbfall aufstocken0+2+2+100+1

Vertiefungsfrage 3, einfach gewichtet, gestellt bei dem Wunsch, die Richtung selbst zu bestimmen oder zu prägen. Was passiert, wenn Sie ausfallen?

AntwortVereinStiftungTreuhandgGmbHgUGeGDach
Die Nachfolge ist geregelt.0000000
Bisher hängt alles an mir.0+1+2−1−10+2
Erben oder Familie sollen später mitwirken.−1+10+2+1−1−2

Vertiefungsfrage 4, einfach gewichtet, gestellt bei einer eigenen Einrichtung oder einer Finanzierung über Entgelte. Wie groß wird der Betrieb voraussichtlich?

AntwortVereinStiftungTreuhandgGmbHgUGeGDach
keine Beschäftigten oder nur Minijobs+100000+1
einige Angestellte+1+1−1+1+10−1
mehr als 20 Beschäftigte0+1−3+3−1+1−3

Vertiefungsfrage 5, einfach gewichtet, gestellt bei mindestens drei Gründern oder einer eigenen Einrichtung. Sollen Institutionen mitwirken, etwa eine Kommune, ein Unternehmen oder eine Kirche?

AntwortVereinStiftungTreuhandgGmbHgUGeGDach
Ja, als Mitträger oder Gesellschafter+2−1−2+3+1+2−1
Nur als Förderer+1000000
Nein0000000

Vertiefungsfrage 6, einfach gewichtet, gestellt bei einem dauerhaften Vorhaben oder einem Startvermögen ab 100.000 €. Sollen Zweck, Struktur und Auflösung später änderbar bleiben?

AntwortVereinStiftungTreuhandgGmbHgUGeGDach
Ja, Flexibilität ist mir wichtig.+1−3−1+2+2+1+1
Nein, es soll gerade unabänderlich sein.−1+3+1−1−100

Vertiefungsfrage 7, einfach gewichtet, gestellt bei dem Wunsch, die Richtung selbst zu bestimmen oder zu prägen. Wollen Sie die Leitung selbst übernehmen?

AntwortVereinStiftungTreuhandgGmbHgUGeGDach
Ja, ehrenamtlich+1+1+1−1−10+1
Ja, hauptamtlich und bezahlt000+2+1+10
Nein, nicht selbst0+1+2000+2

Vertiefungsfrage 8, einfach gewichtet, gestellt bei einem Startvermögen ab 25.000 €. Wie stehen Sie zur Veröffentlichung von Satzung und Zahlen?

AntwortVereinStiftungTreuhandgGmbHgUGeGDach
möglichst diskret+1−1+2−1−1−1+1
Transparenz ist gewollt0+10+1+1+10

Vertiefungsfrage 9, einfach gewichtet, gestellt bei der gewünschten Außenwirkung dauerhafter Vermögensbindung und Andenken. Soll die Organisation Ihren Namen oder den eines Angehörigen tragen?

AntwortStiftungTreuhandDach
Ja+3+2+1
Nein000

Vertiefungsfrage 10, einfach gewichtet, gestellt bei einem Startvermögen ab 100.000 € und dem Wunsch, das Geld endgültig in der Organisation zu belassen. Soll das Vermögen Sie oder Angehörige laufend mitversorgen?

AntwortVereinStiftungTreuhandgGmbHgUGeGDach
Nein0000000
Ja, laufende Versorgung für mich oder Angehörige−2+1+1−2−2−2−1

Vertiefungsfrage 11, einfach gewichtet, gestellt bei mindestens drei Gründern und demokratischen Entscheidungen, einem gemeinschaftlichen Betrieb oder Geschäftsanteilen vieler. Sind Sie bereit, dauerhaft mit einem Prüfungsverband zusammenzuarbeiten?

AntworteG
Ja, das ist für mich selbstverständlich.+2
Ja, wenn es dem Modell dient.+1
Lieber nicht.−2
Das möchte ich vermeiden.−3

Vertiefungsfrage 12, einfach gewichtet, gestellt bei einem Startvermögen unter 100.000 € und einem nicht befristeten Vorhaben. Reicht das Vermögen nach Ihrer Einschätzung aus, um den Zweck dauerhaft zu finanzieren?

AntwortVereinStiftungTreuhandgGmbHeGDach
Ja, aus dem Vermögen und seinen Erträgen.0+1+1000
Nur zusammen mit laufenden Spenden, Entgelten oder Zuschüssen.+1−2−1+1+1+1
Das weiß ich noch nicht.000000

Vertiefungsfrage 13, einfach gewichtet, gestellt bei einem dauerhaften oder offenen Zeithorizont, einer fördernden Tätigkeit oder einer eigenen Einrichtung. Wäre eine kirchliche Anbindung mit kirchlicher Aufsicht für Sie denkbar?

AntwortVereinStiftungTreuhandgGmbHDach
Nein, ich möchte keine kirchliche Anbindung.00000
Ja, eine Kirchengemeinde, ein Kirchenkreis oder eine Landeskirche soll Träger oder Partner sein.+1+3+2+2+3
Ja, eine kirchliche Aufsicht wäre für mich wünschenswert.+2+30+20
Das wusste ich nicht, ich möchte mehr darüber erfahren.00000

Vertiefungsfrage 14, einfach gewichtet, gestellt bei einem dauerhaften oder offenen Zeithorizont zusammen mit Bürgernähe, geplanten Zuwendungen vieler oder einer fördernden Tätigkeit mehrerer Gründer. Sollen sich später viele Menschen mit erheblichen eigenen Mitteln beteiligen können?

AntwortVereinStiftungTreuhandgGmbHgUGeGDach
Nein, ich bringe die Mittel allein oder mit der Familie auf.0+1+10000
Ja, Zuwendungen in erheblichem Umfang sollen möglich sein.+2+2+100+2+2
Ja, von Anfang an als gemeinschaftliches Vorhaben vieler.+3+2−1+1+1+3+1