Wie wird KI auf norman-wierz.de genutzt?

Ich nutze künstliche Intelligenz bei der Arbeit an dieser Seite regelmäßig und an mehreren Stellen im Entstehungsprozess meiner Texte. Hier steht, wo ich sie einsetze, wo ich bewusst darauf verzichte und warum ich mich gegen eine Kennzeichnung unter jedem einzelnen Artikel entschieden habe.

Am liebsten setze ich KI für die sprachliche Überarbeitung ein und darin sehe ich ihre größte Stärke. Ich diktiere die meisten meiner Texte in großen Teilen und schreibe zu Hause noch Teile dazu, sodass die Essenz eines Textes meistens aus dem Diktat stammt. Gesprochene Sprache ist bei mir in der Regel sprachlich nicht so gut wie geschriebene, denn beim Schreiben setze ich mich tiefer mit einem Gedanken auseinander und wäge die Worte deutlich mehr ab. Hinzu kommt, dass ich öfters Kommas vergesse. Inhalt, Gedankenführung und Aussage bleiben dabei meine eigenen, die KI verbessert die Sprache und setzt etwaige fehlende Satzzeichen.

Wie genau das, insbesondere bei Diktaten, geschieht, habe ich in meinem Prompt festgelegt. Dies soll verhindern, dass meine Texte beim Glätten zu viel an Authenzität verlieren und sie zeigt zugleich, wie eng der Rahmen ist, den ich der KI an dieser Stelle gebe.

Teile meines Textes sind diktiert und tragen deshalb Merkmale gesprochener Sprache. Behandle diese Passagen nach folgender Regel.

Erhalte meine charakteristische Wortwahl, meine Bilder und Vergleiche sowie meinen Satzrhythmus, selbst wenn einzelne Wörter von meinen sonstigen Stilregeln abweichen. Was ich selbst so gesagt habe, ist Teil meiner Stimme und soll nicht gegen eine allgemein bessere Formulierung getauscht werden.

Glätte dagegen alles, was nur aus dem Sprechen stammt. Dazu gehören Füllwörter, abgebrochene Sätze, Wiederholungen derselben Aussage, nachgeschobene Einschübe, falsche Bezüge und fehlerhafte Grammatik. Setze die Zeichensetzung vollständig neu und richtig.

Wo ich offensichtlich Alltagssprache für etwas verwende, das einen starken fachlichen Bezug hat, darfst du den Begriff in die zutreffende Fachsprache übertragen. Das gilt ausschließlich für juristische und betriebswirtschaftliche Fachlichkeit sowie für Change. In allen anderen Feldern, etwa Geschichte oder Medizin, bleibt meine Alltagssprache stehen, denn dort verfüge ich nicht über den entsprechenden Wortschatz und das passende Sprachniveau, sodass eine Fachsprache nicht zu meiner Stimme passen würde.

Wenn eine diktierte Formulierung inhaltlich trägt, sprachlich aber nicht funktioniert, formuliere sie um, statt sie durch eine völlig andere Aussage zu ersetzen. Der Kern meiner Wortwahl soll erkennbar bleiben.

Für alles, was du selbst ergänzt, gelten meine Stilregeln uneingeschränkt.

Wenn du stärker in eine diktierte Passage eingreifst oder einen Alltagsbegriff durch einen Fachbegriff ersetzt, sag mir das kurz, damit ich es prüfen kann.

Die Begrenzung der Fachsprache auf Recht, Betriebswirtschaft und Change ist mir dabei wichtig. In diesen Feldern verfüge ich über vertiefte Fachkenntnisse und kann beurteilen, ob ein Fachbegriff an der jeweiligen Stelle wirklich sinnvoll ist. Bei anderen Fachthemen wie Geschichte oder Medizin ist das anders, dort fehlt mir der entsprechende Wortschatz und die Fachlichkeit. 

Bei vielen Texten lasse ich die KI außerdem meinen Inhalt kritisieren. Ich frage, was daran falsch ist, und sehe mir das Ergebnis genau an. Das finde ich besonders spannend, denn in etwa jedem vierten bis fünften Fall ist ein Einwand dabei, den ich vollständig annehme, weil ich einen Aspekt tatsächlich nicht bedacht hatte. In anderen Fällen nehme ich die Anregung und baue sie als Gegenposition ein oder nehme die Schwäche anderweitig vorweg. 

Bei der Recherche nutze ich KI, weil mir die Ergebnisse von Claude, Perplexity und inzwischen auch ChatGPT besser erscheinen als die einer klassischen Google-Suche. Googeln würde ich sonst ebenfalls, nur ist die Qualität der Rechercheergebnisse nach meinem Eindruck bei diesen Systemen höher. Bilder erstelle ich bei Fachbeiträgen in der Regel mit KI, meist ChatGPT. Gelegentlich mache ich selbst Fotos, bei Fachthemen wäre das aber mit einem unverhältnismäßig hohen Aufwand verbunden.

Ein weiterer Einsatzbereich ist die Verlinkung. Im Backend liegen inzwischen mehr als 250 Artikel, von denen einige noch nicht veröffentlicht sind. Beim abschließenden Lesen eines Textes setze ich die Links, habe aber naturgemäß nicht jeden anderen Text als passende Verlinkung im Hinterkopf. Das Linkbuilding mache ich deshalb ebenfalls unterstützend mit KI, in der Regel aber noch im Nachgang.

Keine Rolle spielt KI bei der Ideenfindung. Das passt zu meiner Arbeitsweise auf dieser Seite nicht, denn ich beginne zu diktieren oder zu schreiben, sobald mich beruflich oder privat ein Thema beschäftigt und ich einen Berührungspunkt entdecke, den ich spannend finde. Aus der Frage, was mich gerade beschäftigt, entstehen häufig Artikelideen. Bei einer anderen Seite wüsste ich nicht, ob ich es genauso handhaben würde, auf dieser Seite ist es für mich die natürliche Arbeitsweise.

Wie intensiv ich die Ergebnisse der KI prüfe, hängt vom Fachgebiet ab. Juristische Aussagen kann ich direkt selbst überprüfen, denn dafür stehen mir mein eigenes Wissen, Fachliteratur und der Zugang zu Beck-Online zur Verfügung. Bei fremder Fachlichkeit sieht das anders aus, etwa in meiner Reihe "Aus der Geschichte lernen". Ich bin geschichtlich sehr interessiert, aber kein Historiker. Den Kontext kenne ich und frage die KI trotzdem, ob mir fachliche Fehler unterlaufen sind, was geschichtlich nicht stimmt, was umstritten ist und was ich als unsicher kennzeichnen sollte. Wer viel liest, weiß nach einigen Jahren oft nicht mehr, ob in einem Text etwas als Theorie oder als gesicherte Erkenntnis dargestellt wurde und genau dafür ist diese Gegenprüfung hilfreich. Bei den Hinweisen der KI schaue ich mir die Quellen an und prüfe, inwieweit ich die Argumentation nachvollziehen kann.

Die Frage, ob ich diesen Einsatz unter jedem Artikel kennzeichnen sollte, habe ich mir ernsthaft gestellt. Ich hatte dafür ein System aus Zahlen entwickelt, mit dem sich festhalten lässt, in welchen Bereichen KI bei einem Text mitgewirkt hat. Nach Abwägung der Argumente habe ich mich aktiv dagegen entschieden, es zu veröffentlichen. Die Überlegungen dazu habe ich im Austausch mit KI geschärft. Dieser Text selbst ist mit Unterstützung von KI entstanden.

Das System umfasst zwölf Zahlen.

Nr.EinsatzbereichWas die KI dabei tut
1IdeenentwicklungIdeen, Themen, Fragestellungen oder ein Konzept vorschlagen
2Sprachliche ÜberarbeitungFormulierungen verbessern, Texte umschreiben, kürzen oder strukturieren
3RechercheBei der Suche nach Informationen, Quellen, Rechtsprechung oder Literatur unterstützen
4Bild- und MedienerstellungBilder, Grafiken oder andere Medieninhalte erzeugen
5Fachliche PrüfungAussagen, Argumentationen, Berechnungen oder Ergebnisse kritisch prüfen
6Cowork und intensive ZusammenarbeitInhalte in einem intensiven, iterativen Dialog zwischen Mensch und KI entstehen lassen
7TexterstellungEinen wesentlichen Teil des Textes oder einen vollständigen Entwurf selbst erstellen
8Zusammenfassung und AuswertungVorhandene Texte, Dokumente, Daten oder Studien zusammenfassen oder auswerten
9ÜbersetzungInhalte in eine andere Sprache übertragen oder eine Übersetzung überarbeiten
10Technische UmsetzungCode, HTML, Skripte, Tabellen oder interaktive Werkzeuge erstellen
11Transkription und AufbereitungAudio, Sprache oder anderes Ausgangsmaterial in Text überführen oder aufbereiten
12DatenanalyseDatensätze auswerten, Muster erkennen oder statistische Analysen unterstützen

Die 1 spielt bei meinen Artikeln keine Rolle, weil die Ideen auf dieser Seite bisher immer von mir stammen.

Besonders spannend finde ich die Nummer 6, also Cowork und intensive Zusammenarbeit. Beim Programmieren trifft sie bei mir vollständig zu. Ich liefere die Logik und der Code kommt zu 99,5 Prozent von der KI. Bei meinen Texten ist das anders und es gibt genau einen Artikel, bei dem ich wirklich mit einem intensiven Ping-Pong gearbeitet habe, nämlich den über die Gesellschaft mit gebundenem Vermögen. Das war ein Experiment, bei dem ich die KI weit über das hinaus genutzt habe, wie ich es hier sonst handhabe.

Dieser Artikel ist derzeit mein erfolgreichster geworden und der Grund dafür liegt darin, dass er von Suchmaschinen gefunden wird. Genau das finde ich interessant. Ausgerechnet der Text, der mit Abstand am intensivsten unter Zuhilfenahme von KI entstanden ist, rankt in den Suchergebnissen mit Abstand am besten. Ntaürlich ist aber der Text über “Die Gesellschaft mit gebundenem Vermögen” ein eng umrissener Themenblock mit wenig Konkurrenz im Netz, während meine Governance- und Change-Themen gegen deutlich mehr Angebote antreten. Welcher der beiden Gründe stärker wiegt, kann ich nicht sicher sagen. 

Bei so einem Erfolg überlegt man natürlich, ob diese Arbeitsweise nicht vermehert eingesetzt werden sollte. Zwar finde ich das an einzelnen Punkten durchaus spanennd, denn diese Seite ist für mich ein Stück weit auch ein Experimentierbaukasten, habe mich aber dennoch bisher bewusst dagegen entschieden. 

Schwierig ist schon die Abgrenzung, denn was ist KI und was nicht? Reicht es für eine Recherche aus, dass die KI eine Quelle vorschlägt? Ist die Korrektur von Kommas bereits eine sprachliche Überarbeitung? Eine Zahlenfolge sieht präzise aus und macht doch sehr unterschiedliche Einsätze scheinbar vergleichbar. Dazu kommt die Wirkung auf die Leser. Steht unter jedem Text dieselbe Zahlenfolge, fragen sich Leser womöglich zuerst, wie viel von diesem Text KI ist, statt sich mit der Argumentation zu befassen. Über den tatsächlichen Anteil der KI an der fachlichen Arbeit erfahren sie dabei wenig. Eine Kennzeichnung der fachlichen Prüfung könnte außerdem als Qualitätsgarantie verstanden werden, obwohl auch eine KI Fehler übersehen oder neu einführen kann. Hinzu kommt, dass sich eine solche Kennzeichnung bislang nicht etabliert hat. Solange das so ist, halte ich sie eher für nachteilig, weil sie die KI in den Vordergrund rückt und die eigene Arbeit relativiert.

Statt einer Kennzeichnung unter jedem Text erkläre ich deshalb in diesem Beitrag einmal grundsätzlich, wie ich KI einsetze. Ich habe ihn dafür bewusst sehr offensiv als oberstes Thema im KI-Bereich der Seite eingestellt, sodass jeder, der sich intensiver mit meiner Seite beschäftigt, darauf stoßen sollte. Ganz auf die Zahlen verzichtet habe ich trotzdem nicht. In meiner eigenen Dokumentation habe ich die Liste mit den Zahlen klar festgelegt und hinterlegt. Für den Tag, an dem sich die Kennzeichnung durchgesetzt hat und relativ normal geworden ist, kann ich (oder ein KI-Agent) in meinem Ordner zur Seite nachsehen und die Zahlen anhand dieser Liste ergänzen.

Unabhängig vom Einsatzbereich übernehme ich nichts ungeprüft und die Verantwortung für alles, was auf dieser Seite veröffentlicht wird, liegt bei mir, womit mich dann auch keine KI-Kennzeichnungspflicht bei den Texten trifft.