Warum schreibt jemand der beruflich Datenschutzbeauftragter und Datenschutzverantwortlicher ist so wenig zu dem Thema?

Dass hier recht wenig zum Datenschutz steht, kann ich gut nachvollziehen. Ich mag den Datenschutz wirklich und weiß, dass das nicht viele so sagen. Für mich ist er eine Errungenschaft, obwohl er in Teilen manchmal zu weit gehen mag und ich dort dann durchaus bei den Kritikern bin. Diese Teile kommen allerdings seltener vor, als das Gerede vom riesigen Hemmschuh nahelegt. Für mich ist der Datenschutz ein Gestaltungswerkzeug, das die Verantwortlichen zu recht zwingt, die Perspektive der Betroffenen einzunehmen, seien es Kunden oder Mitglieder, für die man da ist und ohne die man nicht existieren kann.

Dass ich trotzdem wenig dazu schreibe, hat zwei Gründe. Da ich beruflich regelmäßig zum Datenschutz schreibe, fehlt mir in meiner Freizeit schlicht meist die Lust, es hier auch nochmal zu tun. Hinzu kommt, dass ich meine favorisierten Datenschutzblogs habe und bei vielen Themen das Gefühl hätte, Inhalte zu kopieren. Wo ich etwas Eigenes beitragen kann, etwa an den Schnittstellen zu KI und Governance, schreibe ich dagegen gern, wie die Besprechung des SCHUFA-Urteils des EuGH zeigt.

Der Datenschutz wird oft unterschätzt und sehr häufig deutlich zu spät eingebunden. Mit den Datenschutzbeauftragten verhält es sich ähnlich wie mit den Juristen. Wer sie zeitnah einbindet und gute Leute hat, gewinnt einen hohen Mehrwert und hat es keineswegs mit Verhinderern zu tun. Konkrete Fragen zum Datenschutz beantworte ich gern, beruflich wie privat, sofern ich das darf (keine Rechtsberatung).