Datenschutzbeauftragter

Bereits lange bevor die DSGVO in Kraft getreten ist, war ich bereits als Datenschutzbeauftragter tätig. Meine erste Bestellung zum externen Datenschutzbeauftragten war 2010, als interner Datenschutzbeauftragter bei der Talentzeit GmbH, folgte 2014. Für mich ist Datenschutz kein Selbstzweck, sondern durchaus ein Qualitätsmerkmal für verantwortungsvolle Unternehmensführung und in den letzten Jahren auch immer mehr etwas, dass auch für die Kunden relevant geworden ist.

Die Aufgaben eines Datenschutzbeauftragten sind klar definiert. Im Kern geht es dabei um:
    •    Beratung der Geschäftsführung und der Fachabteilungen
    •    Überwachung der Einhaltung datenschutzrechtlicher Vorgaben
    •    Schulung von Mitarbeitenden
    •    Unterstützung bei Datenschutz-Folgenabschätzungen und der Erstellung von Verfahrensverzeichnissen
    •    Ansprechperson für Aufsichtsbehörden und Betroffene

Was vielen nicht klar ist, ich berate, die leztztliche Entscheidungen trifft das Unternehmen. Die datenschutzrechtliche Verantwortung bleibt immer bei der verantwortlichen Stelle. Genau so sieht es das Gesetz vor, und genau so verstehe ich meine Rolle auch in der der praktischen Zusammenarbeit.

Wenn ich mit Verantwortlichen spreche scheint sich meist ein Bild durchgesetzt zu haben, entweder der eines Datenschutzbeauftragten, der nahezu alles durchwinkt und solche, die gefühlt alles verhindern wollen. Zwar glaube ich nicht an diese Extreme, aber im Kern wird diesem Bild auch ein Fünkchen Wahrheit entspringen und egal was mitunter wirklich vorliegen mag, beides hilft in der Realität nicht weiter. Ein reines Abnicken schafft Risiken, ein reines Blockieren Frust und Stillstand. Natürlich gibt es öfters die Situation, in der ich aus datenschutzrechtlicher Sicht Nein sagen muss, aber mein Satz endet in der Regel damit noch lange nicht. Ich versuche viel mehr Wege zu finden, wie man die Idee dennoch umsetzen kann, oft reichen kleine Änderungen aus um ohne große Abschläge, aber in datenschutzkonformer Art und Weise, das Projekt oder die Maßnahme doch umsetzen zu können. Zumal für mich zu einer fundierten Beratung auch immer gehört, klar aufzuzeigen, welche konkreten rechtlichen Risiken und möglichen Konsequenzen mit einem bestimmten Vorgehen verbunden wären. Transparenz über Haftungsrisiken, Bußgelder oder Reputationsschäden ist wichtig, damit Unternehmen informierte Entscheidungen treffen können. Meine Beratung endet also nicht beim Aufzeigen von Problemen. Mein Anspruch ist es immer, einen praktikablen Weg nach vorn zu finden. Datenschutz ist für mich keine Verbotskultur, sondern eine Gestaltungsaufgabe mit dem Ziel, rechtliche Anforderungen und betriebliche Realität sinnvoll miteinander zu verbinden.

Ich bin überzeugt, dass Unternehmen einen echten Mehrwert haben, wenn Datenschutz frühzeitig mitgedacht wird. Prozesse werden klarer, Verantwortlichkeiten sauberer geregelt und Risiken früher erkannt. Dokumentation wird nachvollziehbarer, und nicht zuletzt stärkt ein bewusster Umgang mit personenbezogenen Daten das Vertrauen von Kunden, Geschäftspartnern und Mitarbeitenden. Datenschutz ist immer mehr nicht nur Risikominimierung, sondern auch ein Baustein für Qualität, Professionalität und Glaubwürdigkeit. Wenn jemand das nicht versteht gibt es eine Möglichkeit ihn mittels einer Frage zu “norden”: Wie würde Sie/Du es finden, wenn ein Unternehmen so mit deinen/ihren eigenen Daten umgehen würde? Diese Perspektive hilft, Datenschutz greifbar zu machen, gerade für Menschen, die nicht täglich mit Gesetzen arbeiten. 

Ich verstehe mich in der Rolle als Datenschutzbeauftragter vor allem als Berater, als Übersetzer zwischen Recht und Praxis, als Risikofrühwarnsystem und als Feuerwehr, wenn doch mal etwas schiefgelaufen ist. Als Frühwarnsyetem mag meine Rolle auf den ersten Blick unbequem erscheinen, deutlich unbequemer wird es auf lange Sicht aber eben, wenn der Datenschutz nicht mitgedacht wurde. Ich denke hier viel weniger an Bußgelder, wer als Jurist oder Datenschutzbeauftragter das in den Mittelpunkt stellt wirbt mit Angst, nicht mit Substanz denn so viele Bußgelder gibt es nicht, sondern an das was einem Unternehmen wirklich schadet, Reputationsverlust. Wenn Kunden und Partner nicht mehr in die Sicherheit ihrer Daten vertrauen, dann ist das oft der Anfang vom Ende des Business. Konstruktiver Datenschutz denkt mit und bremst Unternehmen nicht aus, sondern sie dabei zu unterstützen, ihre Ziele rechtskonform, pragmatisch und verantwortungsvoll zu erreichen. Denn guter Datenschutz verhindert nicht, er macht Lösungen nachhaltig und besser.