Anwalt - Kanzlei Wierz
Fast siebzehn Jahre war ich als Anwalt tätig. Ursprünglich hatte ich nie vor, die klassische Juristenkarriere einzuschlagen. Ich wählte das Studium der Rechtswissenschaften, weil der generalistische Ansatz viele Türen öffnet, nicht nur die zum Anwalt, Richter oder Staatsanwalt. Als ich mich dann doch entschied, Anwalt zu werden, war mein Traumbereich M&A, die Arbeit an Transaktionen und Unternehmensstrukturen. Für einen jungen Juristen ohne praktische Erfahrung war der direkte Einstieg jedoch kaum möglich.
Aus pragmatischen Gründen entschied ich mich daher für IT- und Vertragsrecht. Während meines Studiums programmierte ich selbst, baute Webseiten auf und betrieb digitale Projekte. So verstand ich die Herausforderungen technischer Vorhaben nicht nur theoretisch, sondern aus eigener Erfahrung. Mandanten konnten mir ihre Projekte vorstellen, ohne technische Details umständlich erklären zu müssen. Dieses Verständnis ermöglichte es mir, juristische Gestaltung wirtschaftlich und technisch tragfähig zu machen, nicht perfekt auf dem Papier, sondern wirksam im Alltag. Mein Fokus lag nie auf gerichtlichen Prozessen. Forensisch war ich nur tätig, wenn Mandanten es ausdrücklich wünschten. Ziel meiner Beratung war stets, Entscheidungen frühzeitig abzusichern, Risiken zu steuern und Geschäftsführern sowie Gesellschaftern tragfähige Handlungsoptionen zu bieten, damit es eben gar nicht erst zur Gerichtsverfahren kam. Gerichtsverfahren waren und sind für mich meist ein Ergebnis von zuvor nicht ausreichend gesteuerter Risiken und Strukturen.
Zwischen 2009 und 2022 begleitete ich zahlreiche digitale Projekte als Jugendschutzbeauftragter. Seit 2010 übernahm ich kontinuierlich Mandate als Datenschutzbeauftragter. Diese Funktionen bedeuteten dauerhafte Einbindung in Unternehmensstrukturen, Risikoanalyse und strategische Beratung der Geschäftsleitung. Startups habe ich bei rechtlichen Grundlagen, gesellschaftsrechtlicher Struktur und strategischer Ausrichtung unterstützt. Meine Tätigkeit umfasste dabei auch die Moderation und rechtliche Begleitung von Gesellschafterversammlungen sowie die Stabilisierung sensibler Gesellschafter- und Geschäftsführungsstrukturen. Bei größeren Unternehmen lag der Schwerpunkt zumeist auf Stabilisierung von Entscheidungsprozessen, Einordnung von Risiken und Absicherung der Leitungsebene. Verträge und Compliance-Mechanismen waren Instrumente zur Umsetzung strategischer Ziele. Ich hatte das Glück Mandate bewusst ablehnen zu können, wenn ich entweder nicht die nötige Expertise hatte oder wenn ich meinte, dass der Mandant nicht zu mir oder ich zu ihm passen würde.
Mein Ansatz war sicher geprägt von eigener unternehmerischer Erfahrung und Tätigkeit in der Unternehmensberatung. Ich kenne Entscheidungsdruck, strategische Abwägungen und Haftungsverantwortung nicht nur aus der juristischen Perspektive. Die Kombination aus juristischer Expertise, technischem Verständnis und strategischem Blick auf Führungsebene bildete die Basis meiner Beratung. Ich habe es nie bereut den Schritt gegangen zu sein, auch wenn ich kein klassischer Anwalt war, präventiver Governance, strukturierter Risikosteuerung und der Absicherung unternehmerischer Entscheidungen auf Leitungsebene mag nicht das typische Tätigkeitsfeld eines Anwalt sein, aber es war eines das mir sehr lag und mich damit durchaus auch erfüllt hat.
Hier geht es zu einem kleinen anonymisierten Überblick über Projekte aus meiner Zeit als Anwalt.