Wie Google KI die Sichtbarkeit von Unternehmen und Institutionen verändert

Die KI verändert unsere Arbeit. Wer Google nutzt, ist dort sicher schon auf die AI Overviews (Übersicht mit KI) gestoßen. Diese Einführung bei Google hat für Unternehmen, Behörden und Stiftungen erheblichen Einfluss auf ihre Sichtbarkeit. Denn Google beantwortet nunmehr viele Anfragen mit eigens dafür zusammengestellten Inhalten. Wer aber seine Fragen schon beantwortet bekommen hat, ist oft nicht motiviert, noch eine Seite hierzu zu besuchen.

Bei einem privaten Projekt habe ich einen moderaten Rückgang bemerkt: Von 35.000 Klicks kam es seit Einführung zu einer Reduktion auf 32.000 Klicks. Noch überschaubar, aber es ist eben erst der Anfang der Entwicklung. Bei vielen starken Keywords springt die Google KI noch nicht an. Studien zeigen aber bereits eine signifikante Reduktion der Klickrate, sobald ein AI Overview angezeigt wird. Auf Desktop-Geräten sank sie von 28 % auf 11 %, auf mobilen Geräten von 38 % auf 21 %. Es kommt damit zu mehr „Zero-Click Searches“. Die KI-generierten Antworten decken häufig bereits den gesamten Informationsbedarf ab, was zu weniger Besuchen auf klassischen Informationsseiten führt. Besonders betroffen sind Seiten mit FAQs, How-Tos oder Listen.

Der verbleibende Traffic dürfte in Zukunft verstärkt zu Community-Plattformen wie Reddit oder YouTube fließen, da dies von der Google KI nicht abgebildet werden kann. Klassische Webseiten werden hingegen Besucherrückgänge haben. Daraus ergeben sich neue Anforderungen an Content, SEO und die Markenautorität.

Aus Sicht der Meinungsvielfalt gibt es aber noch ein weiteres gravierendes Problem. Googles KI-generierte Übersichten filtern und präsentieren Inhalte nach eigenen Algorithmen, lange bevor Nutzer auf externe Webseiten gelangen. Das bedeutet, dass viele Informationen bereits vorgefiltert, zusammengefasst und in einer von Google bestimmten Weise dargestellt werden. Dadurch wird der Zugang zu originären Quellen und die Vielfalt der Perspektiven eingeschränkt. Nutzer bekommen nur noch einen Ausschnitt der verfügbaren Inhalte zu sehen, der maßgeblich von der Plattform bestimmt wird.

Diese Entwicklung wohnt die Gefahr inne, dass Google, mit einem Marktanteil von ca. 85 % bei den Suchanfragen, nicht nur als Gatekeeper für Information fungiert, sondern auch die öffentliche Meinungsbildung und die Sichtbarkeit von Unternehmen, Medien und Organisationen maßgeblich beeinflusst.

Wer darauf angewiesen ist, Nutzer auf die eigene Seite zu holen, sollte sich zeitnah über neue Ansätze, jenseits der klassischen Unternehmens- oder Institutionsswebseite, Gedanken machen.