KI in der Sozialwirtschaft

In meiner ehemaligen Anwaltskanzlei setze ich schon länger auf den Einsatz von künstlicher Intelligenz. In Rahmen eines großen nichtanwaltlichen Mandats wurde die KI für mich sogar noch wertvoller. Bei der Planung von sozialen Projekten bin ich deutlich weniger bewandert als im juristischen Bereich. Ich kenne mich aber in der Wirtschaft und im Recht aus und die KI ermöglicht es mir, dieses Wissen in den sozialen Bereich zu transferieren und mich so bedeutend schneller einzuarbeiten. Die KI kann mir aus verschiedensten Quellen Wissen aufarbeiten und ausspielen. Für die KI macht es keinen Unterschied, ob sie einen Businessplan schreibt, bei dem es darum geht, ein Unternehmen aufzubauen oder eben ein Konzept für ein soziales Projekt.

Trotz meiner bisherigen Erfahrung waren meine ersten Schritte in dem professionellen sozialen Bereich beim Thema „KI“ Neuland für mich. Die Qualität ihrer Arbeit hängt von zwei entscheidenden Faktoren ab. Die Qualität der KI selbst und die Qualität der menschlichen Eingabe. Bei der Eingabe ist es wichtig, genau zu definieren, was das Ergebnis sein soll. Selbst Schwerpunktbildung und Sprachstil sollten benannt sein, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Diese Vorgaben werden „Prompts“ genannt und sind das Herzstück der Interaktion mit generativen KI-Tools. Ein Gefühl für den Einsatz von Prompts kann jeder einfach entwickeln indem er von einer KI Bilder erstellen lässt. So wie ich bei einem Bild Detailreichtum, Objekte, Interaktion und selbst Wärme und Stimmungen festlegen kann, muss ich auch bei einem Text Prompts passend setzen, nur sind vergessene oder falsche Prompts bei einem Bild auffälliger. Um die Logik einer KI zu verstehen und auch die Schwächen zu sehen, ist das Erstellen von Bildern ein sehr guter und einfacher Einstieg. Die wichtigste Aufgabe bei der Arbeit mit einer KI ist, diese richtig zu füttern und dazu gehört etwas Übung.

Die erste Projektidee, die ich auch mittels KI entwickelte, war die frühkindliche Förderung durch Musikpädagogen in Kitas. Ich probierte hierzu verschiedene KIs aus und ließ sie jeweils einen Projektplan schreiben. Daraus entwickelte ich einen für mich standardisierten Projektaufbau mit Punkten wie Bedarfsermittlung, Zielsetzung, Nachhaltigkeit, wissenschaftliche Grundlagen, Personal, Kooperationen, Finanzierung, Evaluation, Öffentlichkeitsarbeit, Nachhaltigkeit und die Zusammenfassung. Die KI hatte damit eine klare Struktur sowie Vorgaben und das Projektbuch (etwa 20 Projekte habe ich auf diese Art geplant) ist übersichtlich, daher kann es leicht anderen vorgestellt werden.

Auch ohne Wissen über die wissenschaftliche Studienlage und die nötige Ausstattung konnte ich so ein Konzept erstellen. Von der Zeitersparnis ganz abgesehen, halfen mir diese ersten Konzepte durch weitere Recherche mein Wissen zu erweitern und durch das Hinzuziehen von externen Experten, das Konzept auf eine fundierte und praxistaugliche Basis zu stellen.

Ich bin mir sicher, dass die KI im sozialen Bereich viel Positives bewirken kann. Soziale Projekte erfordern oft eine Analyse großer Mengen an Daten, um Bedürfnisse zu identifizieren und Lösungen zu entwickeln. Die KI kann diese Daten effizient analysieren und Muster erkennen, die menschlichen Planern möglicherweise entgehen würden. Dennoch fehlt es ihr an Kreativität und praktischer Erfahrung, sie kennt nur ihre Welt und die besteht aus dem, womit sie gefüttert wurde.

Die KI kann weiterhin bei großen Projekten helfen, Ressourcen optimal zu verteilen, indem sie Vorhersagen über den Bedarf trifft und Engpässe identifiziert. Da gerade bei sozialen Projekten Ressourcen oft sehr begrenzt sind, können hier Entscheidungshilfen geliefert werden.

Auch beim Monitoring und der Evaluation sehe ich gute Einsatzmöglichkeiten. Die Überwachung und Bewertung sozialer Projekte ist entscheidend für ihren Erfolg und oftmals hängen Fördermittel auch stark von diesen beiden Punkten ab. Die KI kann in Echtzeit Feedback liefern und dabei helfen, den Fortschritt zu überwachen, sowie notwendige Anpassungen vorzunehmen. Dies kann, wenn die Kennzahlen richtig analysiert werden, zu einer kontinuierlichen Verbesserung der Projektumsetzung führen.

Kritische Punkte sind der Datenschutz und die Ethik. Denn bei aller Euphorie, die bei manchen herrscht, diese Punkte dürfen keinesfalls außer Acht gelassen werden und spätestens bei dem Punkt Ethik sollte der Mensch entscheiden!

Der richtige und vertretbare Einsatz von KI bietet in meinen Augen zahlreiche Vorteile, die weit über einfache Effizienzsteigerungen hinausgehen. Von der Kostenreduktion über präzisere Analysen bis hin zur Optimierung von Ressourcen – die Potenziale sind enorm und wir stehen bei der Künstlicher Intelligenz erst am Anfang einer umwälzenden Entwicklung.