Früheres Engagement

Mein erstes richtiges Ehrenamt hatte ich als Schüler, wo ich an einem parteiübergreifenden politischen Forum mitwirken durfte, das von den Jugendorganisationen mehrerer demokratischer Parteien getragen wurde, darunter die Jusos, die Junge Union, die Junge Liberale sowie die Grüne Jugend. Im Mittelpunkt stand der sachorientierte Austausch mit dem Fokus auf regionale Jugendthemen und über allgemein politische und gesellschaftliche Fragen. Die verschiedenen Perspektiven waren für mich immer eine Bereicherung. 

Es folgte meine Zeit bei der Bundeswehr. Obwohl ich als Offiziersanwärter für die Offizierslaufbahn vorgesehen war, wurde ich zur Vertrauensperson der Mannschaften gewählt. Diese Konstellation machte die Aufgabe besonders anspruchsvoll, Sie verlangte Vertrauen auf Ebene der Mannschaft ebenso wie die Fähigkeit, zwischen Hierarchieebenen zu vermitteln. Die Funktion umfasste das strukturierte Aufnehmen von Anliegen, die klare Interessenvertretung und Stellungnahmen zu Disziplinarverfahren. 

Während meines Studiums gründete ich einen studentischen Verein, der Studierende bei der Suche nach Praktikumsplätzen unterstützte und Kontakte in die Praxis vermittelte. 

Später engagierte ich mich in einem Aufklärungsprojekt, in dem ich sowohl inhaltlich mitwirkte als auch rechtliche Fragestellungen begleitete. 

Über meine Funktion als Elternsprecher in einer Kindertagesstätte, bin ich zum JAEB gekommen, aber auch in dieser Funktion habe ich an Einstellungs- und Krisengesprächen teilgenommen, habe zwischen Erziehern und Eltern vermittelt, mich um die Stärkung des Fördervereins bemüht und Spendenaktionen wie auch Kita-Audits begleitet.  

Im kommunalen Kontext war ich zudem Mitglied der Arbeitsgemeinschaft nach § 78 SGB VIII (AG 78). Dort arbeiten öffentliche und freie Träger der Jugendhilfe an der Koordination, Weiterentwicklung und Qualitätssicherung von Angeboten zusammen. Die Mitarbeit in diesem Gremium bedeutete, strukturelle Perspektiven einzunehmen und über Einzelinteressen hinaus tragfähige Lösungen zu entwickeln und immer wieder die Elternperspektive mit einzubringen und die (mehr als gerechtfertigten) politischen Bemühungen der Träger zu unterstützen. 

Als Rechtsanwalt habe ich darüber hinaus regelmäßig gemeinnützige Organisationen zu stark reduzierten Honorarsätzen beraten. Auch wenn es sich formal nicht um klassische Pro-bono-Tätigkeit handelt, steht dahinter derselbe Gedanke: Qualifizierte rechtliche Beratung sollte dort zugänglich sein, wo Engagement dem Gemeinwohl dient und finanzielle Ressourcen begrenzt sind.

Mehr als 30 Jahre Ehrenamt verbindet bei aller Unterschiedlichkeit der Stationen ein gemeinsamer Leitgedanke: Verantwortung zu übernehmen, unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen und Strukturen so zu gestalten, dass sie dem Gemeinwohl dienen. Viele würden an dieser Stelle vielleicht von „Haltung“ sprechen. Dieser Begriff wird mir jedoch zu häufig und zu beiläufig verwendet. In dem Sinne, in dem ich Haltung verstehe, als standhaftes Aushalten selbst dann, wenn es persönlich sehr schwer fällt und mit erheblichen Nachteilen verbunden sein kann, war sie in meinem Engagement bislang nicht in existenzieller Weise gefordert. Was mich vielmehr antreibt, ist deutlich Bodenständigeres. Ich engagiere mich gern, ich bringe mich gern ein und ich arbeite gern mit Menschen zusammen. Verantwortung zu übernehmen, Interessen auszugleichen und tragfähige Lösungen zu entwickeln, empfinde ich nicht als Last, sondern als sinnvolle und bereichernde Aufgabe.